Die Stimmung bei den Hilfskräften von Johannitern, Maltesern und Deutschem Roten Kreuz am diesjährigen Schützenfest ist sehr gut.
Der allgemeine Eindruck bei den Sanitätern ist, dass es ein einsatz-mäßig recht ruhiges Fest ist obwohl es leichte Steigerungen in den Einsatzzahlen gab. Nicht zuletzt die sehr sympathische und offene Königsfamilie, die den Helfern positiv und mit viel Respekt begegnet und der häufige Dank der Schützenfestbesucher und Schützen tut sehr gut.
In diesem Jahr lag die Altersspanne der Behandelten zwischen einem Kind von sieben Monaten mit einem ausgekugelten Arm bis zu einem Patienten von über neunzig Jahren, der leider sehr schwere äußere und innere Schädelverletzungen aufwies, als er an der Treppe zum ersten Hafenbecken stürzte, wobei unklar blieb ob der medizinische Notfall zum Sturz führte oder umgekehrt.
Überhaupt standen in diesem Jahr Stürze häufig im Mittelpunkt der Einsätze, sei es der übersehene Bordstein, der Fall über die eigenen Füße oder über Baumwurzeln beim Versuch eine kostenlose Stelle zum urinieren zu finden. „Belohnt“ wurde letzteres mit einer Menge an Kratzern und kleinen Wunden im Gesicht beim Sturz in einen dornigen Strauch. Die anderen Stürzenden hatten meist mit Schrammen an den Händen bis hin zu Handgelenksfrakturen zu tun.
Die Glasverletzungen waren in diesem Jahr äußerst selten, lediglich ein Besucher hatte sich eine Scherbe durch die dünne Schuhsohle getreten und musste sich zur Behandlung in eine Klinik bringen lassen. Insgesamt hatten die Erstversorgungstrupps, die im ganzen Festbereich streifen und auch die Unfallhilfsstellen auffällig wenige Anfragen nach „Pflastern“ für gelaufene Blasen und nur in zwei Fällen überhaupt Fragen zur Behandlung von Insektenstichen.
Dafür gab es einen Einsatz der in die heutige Zeit der Abnehmspritzen passt, allerdings hatte die betroffene Person nicht nur die Spritze genutzt sondern fast völlig vergessen etwas zu trinken oder essen und musste wegen der folgenden Unterzuckerung behandelt werden, weil das flaue Gefühl und der Schwindel nicht nachließen.
Schwindel trat in diesem Jahr recht häufig auf, standardmäßig bei den Besuchern wegen zu wenig Flüssigkeitszufuhr, bei einer fast 75jährigen Dame allerdings nach dem Besuch eines rasanten Fahrgeschäftes. Da sich in diesem Fall der Schwindel nicht wieder normalisierte auch längere Zeit nach dem Besuch der Kirmesattraktion, musste hier eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Einen Herzinfarkt mussten die Einsatzkräfte an einem Abend auf der Rollmopsalle behandeln, hier zeigte sich, dass ein Fahrradschnellweg auch zu einem guten Schnellweg für Rettungskräfte werden kann, denn auf dem parallel zur Budengasse verlaufenden Weg kamen Notarzt und Rettungswagen besonders schnell zur Einsatzstelle.
Neben offenen Verletzungen zeigte sich noch die ein oder andere Beule, weil man eine Tür nicht gesehen hatte oder etwas ungeplant im Gesicht landete, in ganz seltenen Fällen die Faust eines Gegenüber. Zu den blutigen Verletzungen gehörten neben der Kopfverletzung des gestürz-ten Seniors eine Wunde rund um das Auge bei einem Jungtambour-major, der mit einem Holzstab der Arbeit des Vaters nacheifern wollte, allerdings einmal in der falschen Richtung den Arm mit dem Hilfsmittel in die Luft reckte.
Schwerere Verletzungen, wenn auch nicht lebensgefährlich zog sich ein Feiernder beim Messerstich vor dem weißen Haus zu sowie ein Radfahrer, dem beim Sturz der Lenker und der Bremsgriff zwischen dem Unterkiefer in den Mund gestoßen wurde, so dass ein umfangreicher chirurgischer Eingriff in der Klinik erforderlich wurde.
Neben den klassischen Einsätzen, internistisch und chirurgisch nimmt die Zahl der Besuche in den Unfallhilfsstellen zu, bei denen es um allgemeines Unwohlsein, vergessene Medikamente, Panikattacken, Migräne etc. geht. Manchmal wurde auch ein Verbandwechsel vorgenommen.
Im Gegensatz zu den letzten Jahren hat leider auch der Einfluss von zu viel Alkohol zugenommen, so wurden einige Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren behandelt oder mussten sogar zur Behandlung in die Klinik verbracht werden. In einem Fall kümmerte sich einer der Notfallseelsorger, die über die Schützenfesttage immer mit im Einsatz vor Ort sind um die Erziehungsberechtigten, die mit der Kapriole des Kindes sichtlich überfordert waren.
Zum Stand letzter Nacht sind die Behandlungen in den Unfallhilfsstellen und von den Erstversorgungstrupps um 10 Prozent gestiegen, die Zahl der Einsätze mit Rettungs- und Krankenwagen ist leicht gesunken, auch das Notarzteinsatzfahrzeug musste etwas seltener ausrücken.
Die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr:
Hilfeleistungen Unfallhilfsstellen: 198 (191) leicht gestiegen
Hilfeleistungen Erstversorgungstrupps: 053 (039) leicht gestiegen
Die Einsätze der Erstversorgung ohne nachfolgenden Transport in eine Klinik haben zugenommen. Oft konnte schon mit einer Beratung oder minimalen Maßnahmen eine spürbare Besserung erreicht werden.
Einsätze mit dem Krankenwagen: 040 (034) leicht gestiegen
Einsätze mit dem Rettungswagen: 066 (072) leicht gesunken
Einsätze der Notarzteinsatzfahrzeuge: 024 (025) minimal gesunken
Die Einsatzzahlen der Fahrzeuge sind nahezu so hoch wie 2025.
Die Still- und Wickelecken wurden nur selten genutzt, verlorene Kinder gab es nicht zu verzeichnen. Im Resümee der Einsatzleiter Yassine El Fuori (Deutsche Rotes Kreuz), Tim Gladis (Malteser) und Tobias Hahn (Johanniter) stehen überwiegend friedliche und freudige Stunden des Schützenfestes in der Quirinusstadt die am Dienstagabend für dieses Jahr endeten, mit einem neuen König Klaus I., der auf das strahlende Rosenkönigspaar Franz Josef II. und Claudia folgt.
Einige Stunden nach Mitternacht hatten die Neusser Hilfsorganisationen ihre Unfallhilfsstellen wieder so zurückgebaut, dass am Mittwochmorgen der Berufsverkehr die Straßen und Plätze wieder nutzen konnte.
Verfasser und gemeinsamer Ansprechpartner Presse zum
Neuser Bürger Schützenfest:
Name: Dieter Guderley
Telefon: 0173 2388902
dieter.guderley(at)johanniter(dot)de
Kontakte zu den drei beteiligten
Hilfsorganisationen:
DRK-Kreisverband Neuss e.V.
Am Südpark
41466 Neuss
Saskia Frühwirth
Mobil 0172 3602688
saskia.fruehwirth(at)drk-neuss(dot)de
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
RV Niederrhein
Hellersbergstraße 7
41460 Neuss
Tamara Schreurs
Mobil 0173 7387574
tamara.schreurs(at)johanniter(dot)de
Malteser Hilfsdienst e.V. in Neuss
Breite Straße 69
41460 Neuss
Stefan Gauly
Mobil 0175 7849744
stefan.gauly(at)malteser(dot)org
